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ton 2
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Nach  den bisherigen Überlegungen bietet es sich natürlich an, den proportionalen Vergleich einmal praktisch an einem antiken Gebäude auszuprobieren :

 

Der Parthenon - Tempel in Athen wurde ca. 450 v.Chr. vollendet, stand also schon zu Platons Lebzeiten in voller Blüte.

Rüdiger Schneider- Berrenberg hat den Parthenon - Tempel in Athen ausgemessen.

Seine Maße mit denen anderer  verglichen und daraus Mittelwerte gebildet, um so das vermutlich aller Maßgebung zugrunde liegende Fußmaß zu bekommen.

 

Er errechnete ein Fußmaß von 0,322m.

 

Die folgenden Maße beziehen sich auf dieses Grundmaß:

 

Grundmaße des Tempels

 

Die Stylobatbreite beträgt 96 Fuß und die Länge des Stylobates  beträgt 216 Fuß

 

Setzt man das Breiten und Längenmaß nun rechnerisch in Beziehung, so ergibt sich folgende Proportion:

 

96 : 216 =  4 : 9

 

4 : 9 ist eine klare harmonische oder musikalische Proportion, sie entspricht der Proportion der großen None.

 

Gehen wir vom Grundton C aus, so würde die Länge  ein C und die Breite ein d sein.

 

Der große Kultraum verhält sich mit seiner Breite  zur Gesamtbreite des Tempels wie 100 :125  = 4 : 9  ist also ebenfalls eine große None.

 

Das Verhältnis Seitenwände der Naosräume beträgt 100 : 125 = 4 : 5 und entspricht damit der Großen Terz.  Vom Grundton  C ausgehend also C und E

 

Die Höhe des Tempel (ist aus Rekonstruktion angenommen) bis zur Oberkante des Geiseon 48 Fuß im Verhältnis zur Breite der Giebelseite also 48 : 96 = 1 : 2  dies entspricht der Oktave.

 

Das Verhältnis Höhe Oberkante Geiseon  und Länge des Tempels, also

48 : 216 = 2 : 9 entspricht einem Ganzton und zwei Oktaven

 

Die gesamt Höhe zur Gesamtlänge 72 :216 = 1 : 3

Die gesamt Höhe zur Giebelbreite   72 : 96 =  3 : 4

 

 

Auf diese Art und Weise kann also jedes beliebige Bauteil mit einem anderen in eine rechnerische Beziehung gesetzt werden.

Aber rein klanglich ergibt dies nicht unbedingt ein Spezifikum des entsprechenden Gebäudes, zumal wir es hier noch mit einem Bewegungs- und  Statikproblem zu tun haben.

Würde man rein theoretisch allen möglichen architektonischen Proportionen eine musikalische Proportion zuordnen,  müssten eigentlich alle gefundenen Töne gleichzeitig erklingen. Eine Veränderung dieses Gesamtklanges kann nur dann erfolgen, wenn sich eine architektonische Proportion verändert, z.B. eine Säule umfällt und zerbricht.

Rein klanglich ist mit so einem Gesamtklang kaum noch ein Gebäude eindeutig zu erkennen.

 

Um den zeitlichen Ablauf der Töne gerecht zu werden oder die Einzelproportionen klanglich wahr zu nehmen, müssen sie nacheinander erklingen.

Vorstellbar wäre das, indem man langsam an unserem Tempel vorbei schreitet und nur die Proportion erklingt auf dessen Höhe man sich gerade befindet.

 

Beim Laufen durch die Straßen fällt einem auf, dass die architektonische Untergliederung der Fassaden als Rhythmus erfahrbar ist. Durch die Vorwärts- Bewegung  des Laufenden bzw. der dadurch eintretenden zeitlichen Abfolge  wird die Fassaden - Untergliederung in der Horizontalen sukzessiv wahrgenommen, so dass gerade bei regelmäßigen Fassaden oder besonders stark untergliederten,  diese Abfolge als rhythmisches Element wahrgenommen wird.

Die vertikale Untergliederung erfährt der Betrachter eher aus einiger Entfernung in einer Ruheposition.

 

Aus diesen Überlegungen heraus erscheint es also richtig, aus der kleinsten tektonischen Einheit in horizontaler Richtung das rhythmische Grundgerüst eines Gebäudes zu ermitteln  und die vertikale Untergliederung  je nach ihrer Position, anhand ihrer Proportion, in den gefundenen Grundrhythmus einzusetzen.

 

Die Giebelfront des Parthenon - Tempels wird durch 8 Säulen untergliedert.

Wir gehen davon aus, dass der Säulenabstand und der Säulendurchmesser identisch sind.

Der Säulendurchmesser beträgt 6 Fuß.

Daraus lässt sich folgende Struktur ermitteln:

 

6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6

 

dazu kommt noch an jeder Seite eine halbe Säulenbreite.

 

3:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:6:3

 

Hieraus lässt sich nun eine taktliche Abfolge ermitteln.

1:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:1

 

Diese gefundene Struktur ist im Tonbeispiel 1 zu hören.

Es erklingt das Intervall aus Höhe und Breite in der gefundenen rhythmischen Struktur der Giebelfront, in der Annahme, dass die Säulenbreite als Klang und die Zwischenräume als kein Klang, also Pause, aufgefasst werden.

 

Das Element des  Parthenon - Tempel ist aber sicherlich die Säule, die im Ton- Beispiel 1 nur rhythmisch wahrzunehmen ist. Klanglich kommt sie hier nicht vor.

Im Tonbeispiel 2 werden die Proportionen aus der Säulenbreite zur Höhe  

32 : 6 = 3 : 16  zwei Oktaven und Quarte

im Säulentakt erklingen.

 

1: Klang : 2 : Klang : 2 :  Klang : 2 usw.

 

Da der Tempel aber nicht allein aus Säulen besteht, legen wir das  Intervall von der Gesamtbreite zur Höhe als liegendes Intervall  unter den Rhythmus.

Zu den Säulen und dem Gesamtintervall der Giebelseite und der Längsseite sind auch die Stufen und das Gaison in der Mitte, unten und oben zu hören.

Es wird der gesamte Tempel in den äußeren Umrissen dargestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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